„Vermeiden, vermindern, kompensieren“ - all i need. Österreich
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Den Planeten schützen als täglicher Job – geht das? Ja! Karim ist einer der Gründer von mindful mission: Vom Schulprojekt zum Startup herangewachsen, hat mindful mission all i need. bei der Umsetzung und dem Weg hin zum CO2-neutralen und letztendlich CO2-positiven Getränkehersteller unterstützt.

Hallo Karim, wie kommt man in so jungen Jahren auf die Idee, ein Projekt wie mindful mission zu gründen?

Karim: Alles hat im Jahr 2015 angefangen, damals waren wir noch Schüler. Meine zwei Mitgründer und ich haben uns intensiv mit dem Einsparungspotenzial von CO2-Emissionen beschäftigt, was zur Idee von unserem Unternehmen geführt hat.

Was war der nächste Schritt?

Karim: Wir haben täglich nach der Schule zwei bis drei Stunden an unserer Idee gearbeitet. Nach zwei Jahren intensiver Arbeit haben wir dann mit 18 Jahren mindful mission, damals noch unter dem Namen ReGreen, gegründet.

Das ist eine Menge Zeit für drei 16-Jährige. Viele haben in dem Alter ganz andere Interessen.

Karim: Ja, das war echt viel Zeit. 🙂 Das ist aber kein Thema, weil Nachhaltigkeit für uns eine Herzensangelegenheit ist.

Wie kann man die Idee von mindful mission simpel erklären?

Karim: mindful mission bietet individuelle CO2-Berechnungen und Maßnahmen der Emissionsreduktion für Unternehmen und Privatpersonen an. Die nicht vermeidbaren Emissionen werden über Klimaschutzprojekte ausgeglichen und so „CO2-neutral“-zertifiziert. Das österreichische Umweltbundesamt ist dabei unser wissenschaftlicher Partner.

Worin siehst du die Hauptaufgabe von mindful mission?

Karim: Bei uns gilt der Grundsatz: CO2-Emissionen vermeiden, vermindern und erst dann zu kompensieren, also auszugleichen. So wollen wir nachhaltige Veränderung schaffen.

Kannst du das anhand von all i need. erklären?

Karim: Statt Agavendicksaft wird nun mit der heimischen Zuckerrübe gesüßt. Diese ist von der Umweltbilanz deutlich klimaschonender, allein vom Anbauprozess und den kürzeren Transportwegen. Die Wertschöpfungskette wurde dadurch bereits vor der Kompensation nachhaltiger gestaltet. Die nicht vermeidbaren Emissionen werden über zertifizierte Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Dadurch ist all i need. CO2-neutral in der Produktion durch Kompensation.

Wie werden die jeweiligen Projekte für die einzelnen Unternehmen eigentlich ausgesucht?

Karim: Für uns sind ökosoziale Klimaschutzprojekte sehr wichtig. Neben der Reduktion der CO2-Emissionen soll auch der Lebensstandard der Menschen vor Ort verbessert und die Biodiversität gestärkt werden. Das Klimaschutzprojekt von all i need. in Peru wird lokal vor Ort von der peruanischen NGO Aider durchgeführt und sichert die Kontrolle des Projekts. Vor Ort werden so mehr als 500.000 Hektar Wald geschützt und 1 Million neuer Bäume gepflanzt.

Exkurs: all i need. Wald in Campeche/Yucatán

Heute arbeitet all i need. sogar CO2-positiv in der Produktion. Wie wir das geschafft haben? Alles hat mit der „One Tree One Picture“-Kampagne auf Instagram begonnen, bei der mehr als 150 Bäume im eigenen all i need. Wald in Mexiko gepflanzt wurden. Genauer gesagt in der Region Campeche auf der Halbinsel Yucatán. Das Projekt wird weitergeführt und der Wald beheimatet bereits mehr als 1.000 Bäume. Und es werden jeden Monat mehr 🙂

(C) Plant for the planet
(C) Plant for the planet

Wie helfen die Projekte direkt den Menschen vor Ort?

Karim: Konkret am Beispiel in Peru gemessen: Die Bauern im Projektgebiet werden beim Übergang zu einer nachhaltigen Landwirtschaft unterstützt, wodurch mehr als 600 Jobs geschaffen und degradiertes Land wiederhergestellt wird. Darüber hinaus werden 30 Tierarten im Projektgebiet geschützt und der Druck der Abholzung verringert.

Was sind eure nächsten Pläne?

Karim: 2019 haben wir unsere Klimaschutzplattform www.mindfulflights.com gestartet. Wir möchten dazu animieren, mit Flugreisen sorgsamer umzugehen und so wenig wie möglich zu fliegen. Die nicht vermeidbaren Flüge können transparent durch United Nations zertifizierte Klimaschutzprojekte kompensiert werden.

Und erst vor Kurzem haben wir mit https://my.mindfulmission.earth/ eine Plattform geschaffen, durch die auch jede Privatperson ihren CO2-Ausstoß messen, reduzieren und die unvermeidbaren Emissionen kompensieren kann 🙂 Mit diesem Abo-Modell bekommt jeder User zudem wertvolle Tipps, seine privaten Emissionen laufend zu senken.

Über die neue Plattform der mindful mission Gründer, mindfulflights.com, können auch Flüge kompensiert werden. (Screenshot instagram.com/mindfulflights)

 

Wie blickst du auf die letzten fünf Jahre mit mindful mission zurück?

Karim: Für mich persönlich ist extrem spannend, ein Startup von Null auf zu gründen und aufzubauen, unser Ziel ist es, nachhaltige Veränderungen in der Welt zu schaffen.

Ich bin froh und gleichzeitig sehr dankbar, etwas Sinnvolles zu machen und vor allem durch unsere ökosoziale Klimaschutzprojekte Mehrwert für Menschen in den Projektländern zu schaffen. Wenn Bloggerinnen wie dariadaria, die Flugemissionen mit uns kompensieren, uns in ihren Postings erwähnen, macht mich das schon ein bisschen stolz.

Eine letzte Frage: Wie würdest du deinen all i need. Moment beschreiben?

Karim: Dass ich in der Früh aufstehe und Teil eines nachhaltigen Startups bin, mit dem wir den Lebensstandard vieler Menschen verbessern und gleichzeitig das Klima schützen. Leidenschaft ist dabei am wichtigsten – sonst würde es nicht klappen.

Danke für das Gespräch und macht weiter so!

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